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Harald Goergens Westerstede

Hippolyte Bayard

20.01.1801 - 14.05.1887: die erste Photoausstellung der Welt

„Die Leiche des Mannes, die Sie umseitig sehen, ist diejenige des Herrn Bayard…Die Akademie, der König und alle diejenigen, die diese Bilder gesehen haben, waren von Bewunderung erfüllt, wie Sie selber sie gegen-wärtig bewundern, obwohl er selbst sie mangelhaft fand. Das hat ihm viel Ehre, aber keinen Pfennig eingebracht. Die Regierung, die Herrn Daguerre viel zu viel gegeben hatte, erklärte, nichts für Herrn Bayard tun zu können. Da hat der Unglückliche sich ertränkt. H.B., 18. Oktober 1840.“

 

Diesen Brief aus dem Jenseits schrieb Bayard auf die Rückseite seines Selbstportraits "Autoportrait en noyé", auf dem er selbst als Wasserleiche posiert. Erfreulicherweise ist es tatsächlich nur eine Inszenierung, die Bayard auch als ersten "Photofälscher" in die Geschichte eingehen ließ - aber immerhin konnte er dieses Photo nach seinem eigenen Verfahren herstellen, denn er ist ebenfalls ein Erfinder der Photographie. Unabhängig von allen anderen gelang es ihm, die Bilder der Camera Obscura durch Lichteinwirkung festzuhalten .

Wohl schon 1830 hatte er seine Versuche begonnen, von denen er Charles Chevalier berichtete, demselben Optiker, bei dem auch Nièpce und Daguer- re ihre Objektive kauften. Zumindest seit 1837 hatte er photographische Bilder hergestellt. So ist es nur allzu verständlich, daß er sich an Francois Arago wandte, nachdem dieser am 7. Januar 1839 die Veröffentlichung der Erfindung von Daguerre ankündigte und auf sein eigenes Verfahren hin- wies. Arago war aber schon so sehr auf die Photographie nach Daguerre's Verfahren konzentriert, daß eine Hinwendung zu einem weiteren Erfinder der Photographie offenbar nicht mehr in Betracht kam.

 

Bayard, der als Finanzbeamter ein eher zurückgezogenes Leben führte und nicht bereits im Licht der Öffentlichkeit stand wie Daguerre, wurde mit einer kleinen "Fördersumme" abgefunden, seine Erfindung aber nicht weiter beachtet. Es handelt sich um ein Verfahren, mit dem positive Bilder entstehen , so daß die Aufnahmen wie bei der Daguerreotypie Unikate sind, allerdings auf Papier aufgenommen und daher auch nicht so fein in der Wiedergabe wie die Daguerreotypien.

Am 24. Juni 1839, also etwa zwei Monate vor Veröffentlichung des Daguerre'schen Photoverfahrens, veranstaltete er die erste Photoausstellung der Welt im Salle des Commissaires-prisseurs in Paris als Benefizveranstaltung zugunsten von Erdbeben- opfern in einer der französischen Kolonien. Dort wurden 30 Photographien auf Papier nach seinem Verfahren gezeigt.

Bayards Verdienst um die Erfindung der Photographie wurde nicht gewürdigt, immerhin aber sein Talent als Photograph. Er selbst nutzte im weiteren die Daguerreotypie und die Kalotypie und machte mit diesen Techniken zunächst etliche Aufnahmen von Bauwerken in Paris.

 

1851 wurde er Gründungsmitglied der Société Héliographique, der heutigen Société française de photographie (SFP). Im gleichen Jahr erhielt er zusammen mit vier weiteren Photogra- phen den Auftrag, für die Kommission für Denkmalspflege lan- desweit Aufnahmen von bedeutender Architektur zu machen.

 

Sein Photoverfahren, nach dem auch das nebenstehende Bild gemacht wurde, beruht auf dem Ausbleichen einer zuvor im Licht geschwärzten Chorsilberschicht im Zuge einer Belichtung in der Camera Obscura.

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