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Harald Goergens Westerstede

Neben der Camera Obscura als optischem Gerät zur Darstellung von Bildern waren zu seiner Zeit auch bereits lichtem-pfindliche Substanzen bekannt, aber es gab noch keinen Weg, beides erfolgreich zu verbinden. Durch den Optiker Charles Chevalier, der sein Geschäft am Quai d'Horloge nahe Notre Dame betrieb und für die Lieferung bester Camera-Obscura-Optiken bekannt war, wurde 1826 der Kontakt zu Joseph Nicéphore Nièpce hergestellt. Hieraus ergab sich ein Kooperationsvertrag, dem ein Austausch der beiden über die jeweiligen Fortschritte folgte. Nièpce bezog seine Objektive auch bei Chevalier und hatte bereits einige Versuche damit angestellt, die Bilder der Camera Obscura zu fixieren, wobei er allerdings einen deutlich anderen Weg verfolgte .

Louis Jacques Mandé Daguerre...

18.11.1787 - 10.07.1851, Bühnenmaler und Erfinder der Photographie

 

Mit ganz besonderen Theater-Panoramen war Daguerre bereits bekannt geworden, indem er nicht nur einfache Kulissen malte, sondern mit Dioramen ganz spezielle Effekte erzielte. Es waren Bühnengemälde, die auf der Vorder- und der Rückseite bemalt wurden, so daß durch unterschiedliche Beleuchtung Wechsel von Tag und Nacht oder auch ein gewisser Bewegungseffekt dargestellt werden konnte. Diese Technik war so erfolgreich, daß er zusammen mit seinem Kollegen Charles Marie Bouton eine eigenes Diorama in Paris eröffnen konnte, dem bald ein weiteres in London folgte. Um die Bilder dafür möglichst perfekt zeichnen und malen zu können, verwendete er - wie viele andere Maler auch - eine Camera Obscura als optische Zeichenhilfe. Aus dieser Tätigkeit entstand die Idee und der Wunsch, die auf der Mattscheibe einer solchen Camera Obscura entstehenden Bilder direkt festhalten zu können anstatt sie jeweils mühsam nachzuzeichnen.

Daguerre experimentierte mit den seit 1717 von Johann Heinreich Schulze als lichtempfindlich erkannten Silbersalzen. Deren Lichtempfindlichkeit genügt aller- dings nicht, um durch Belichtung direkt zu einem sicht- baren Bild zu gelangen.

 

Der Schlüssel zum Erfolg war dann die Entdeckung der "Entwicklung" eines latenten Bildes. Tatsächlich ent- steht bereits durch eine relativ geringe Lichtmenge ein zunächst unsichtbares, "latentes" Bild auf einer Silbersalzschicht, welches dann durch einen chemi- schen "Entwicklungs"-Vorgang sichtbar hervorgerufen werden kann. Alle analogen Photoverfahren beruhen auf dieser Unterteilung in Belichtung und Entwicklung.

Daguerre wandte sich mit seiner Erfindung an die Academie des sciences, wo sich der Physiker Francois Arago der Sache annahm. Arago erkannte die Bedeutung der Erfindung, aber auch das Dilemma des Erfinders, dessen Patentanspruch nach Veröffentlichung faktisch nicht durchsetzbar gewesen wäre. So erwirkte er den Ankauf der Erfindung durch die französische Regierung, die diese dann großzügig der ganzen Welt - mit Ausnahme Englands - zum Geschenk machte. Nach der Ankündigung dieser Erfindung erfolgte die Veröffentlichung am 19. August 1839, dem Datum, das seither als Geburtsstunde der Photographie gilt.

So entstand auch das hier gezeigte von Daguerre selbst hergestellte Bild, das gleichzeitig die erste Photographie eines Menschen ist - der Passant links unten stand lange genug still bei dem Schuhputzer, um trotz der immer noch relativ langen Belichtungszeit abgebildet zu werden.

 

Die nach ihrem Erfinder benannten "Daguerreotypien" sind von einer bis heute unerreichten Feinheit und völlig kornfrei, allerdings ist ihre Herstel- lung extrem gesundheitsschädlich, da die Entwicklung der versilberten und über Joddämpfen lichtempfindlich gemachten Kupferplatten mit Quecksilberdampf erfolgt - ein tödliches Gift.

Die Leibrente, die Daguerre als Bezahlung erhielt, war mit 6.000 Francs jährlich nicht besonders hoch - ein zeitgenössischer Kommentator be- merkte dazu, daß das Futter für die Affen im Pariser Zoo mehr kosten würde. Daguerre aber war Geschäftsmann genug, dieses auszugleichen. Zum einen erhielt er Tantiemen für seine Erfindung durch das in England gesondert angemeldete Patent, vor allem aber aus einer direkten Vermark- tung: In Kooperation mit Alphonse Giroux und dem Optiker Chevalier wurde der erste in Serie gefertigte Photoapparat der Welt gebaut, von dem heute nur noch 5 Originale existieren (die Abbildung zeigt eine 1:1 Replik). Diese Kameras wurden mit einer von Daguerre gesiegelten Plakette ver- sehen, die deren Echtheit bestätigte und ihm damit natürlich einen deutlichen Anteil am Verkaufserlös eintrug.

Die Daguerreotypie ist die Erfindung, die sich am schnellsten über die ganze Welt verbreitet hat. Die Begeisterung über diese "von der Sonne selbst" gezeichneten Bilder war geradezu euphorisch, obwohl sie auch erhebliche Nachteile hat. Jedes Bild ist ein Unikat - möchte man mehrere Bilder haben, muß man entsprechend mehrere Aufnahmen machen. Die Bilder wirken je nach Betrachtungswinkel mal als Positiv, mal als Negativ oder auch nur wie ein Spiegel und sind in der Herstel- lung recht teuer. Sie wurden meist in den sogenannten "Union Cases" geliefert (s. Abbildung), da die sehr berührungsempfindlichen Bilder so am besten geschützt wurden. Die Verleimung mit einer darüber gelegten Glasplatte schützt gleichzeitig vor dem Luftzutritt, der ein Anlaufen der Versilberung zur Folge hätte und damit das Bild schnell unbrauchbar machen würde.

Daguerreotypien sind somit durch ihre besondere Erscheinung leicht von den in gleichartigen "Union Cases" gelieferten Ambrotypien zu unterscheiden.

 

Das Daguerre'sche Photoverfahren verschwand seit 1853 innerhalb kurzer Zeit so schnell, wie es sich verbreitet hatte. Frederic Scott Archer war es gelungen, das von William Henry Fox Talbot erfundene und als "Kalotypie" bezeichnete Negativ-Positiv-Verfahren entscheidend zu verbessern: Die Schicht konnte nun auf Glasplatten anstatt auf Papier aufgetragen werden. Diesem Weg gehörte die Zukunft der Photogaphie, zumal auch die Herstellungskosten deutlich geringer waren.

Das erste Photobuch der Welt:

 

Die Anleitung zur Daguerreotypie

Godensholter Str. 2 in 26655 Westerstede-Ocholt - direkt am Bahnhof

Öffnungszeiten nach Vereinbarung: 0160 92 19 14 16