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Harald Goergens Westerstede

Joseph Nicéphore Nièpce

7.3.1765 - 5.7.1833, und das erste Photo der Welt

Seit 1815 befaßte sich der anfangs gutsituierte Nièpce als Privatgelehrter mit der Lithographie, einem Verfahren zum Druck von Abbildungen. Aus dieser Beschäftigung heraus entstand bei ihm der Wunsch, die Bilder der Camera Obscura direkt auf eine Druckplatte übertragen zu können.

 

Bekannt war zu seiner Zeit die Lichtempfindlichkeit von Silbersalz, die Eng- länder Wedgewood und Davy hatten bereits 1802 Photogramme auf Chlorsilberpapier gemacht, also Schattenbilder von Gegenständen, die auf entsprechend präpariertem Papier entstehen. Nièpce gelang es, solches Papier trotz der sehr geringen Lichtempfindlichkeit auch in der Camera Obscura zu belichten, konnte diese Bilder aber ebenso wie Wedgewood und Davy noch nicht fixieren.

 

Zur Herstellung von Druckplatten wären Bilder auf Chlorsilberpapier ohnehin nicht geeignet und so suchte Nièpce nach anderen Wegen. Durch die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen der Bremer Privatge-lehrten Hagemann erfuhr er davon, daß auch Harze lichtempfindlich sind. Hagemann hatte mit Photogramme mit Guajaktinktur hergestellt.

Auf diesem Weg gelangte Nièpce schließlich zum "syrischen Asphalt", der in Lavendelöl, später in Terpentin gelöst und mit Benzol und Chloroform versetzt in dünner Schicht auf eine Zinnplatte aufgetragen wird. Im Licht härtet diese Substanz aus, so daß am Ende die unbelichteten, weichen Partien wiederum in Lavendelöl gelöst werden können. Die dadurch frei geworde- nen Partien der Zinnplatte können dann geätzt werden, so daß eine Druckplatte entsteht. Das Problem des Verfahrens liegt vor allem in der sehr geringen Lichtempfindlichkeit. Man geht inzwischen davon aus, daß die erhaltene Druckplatte von 1826 tatsächlich nicht nur einen Tag, sondern ganze drei Tage lang belichtet werden mußte.

Es ist das Verdienst des Photohistorikers Prof. Gerns- heim, daß die hier gezeigte Aufnahme von 1826 als bislang ältestes Photo der Welt wiederentdeckt wurde. Nach einigen Jahren des Recherchierens fand er es schließlich in einem Laden, wo er es unpassend gerahmt als "blind gewordenen Spiegel" angeboten bekam. Die Aufnahme zeigt den Blick aus dem Fenster des Arbeitszimmers in den Innenhof des Landguts.

 

Bereits 1822 hatte Nièpce mit Asphalt das Photogramm einer Radierung hergestellt, dieses überstand allerdings die nachfolgenden Versuche des Umkopierens nicht.

 

Das von Nièpce verwendete Aufnahmeformat von 16,5 x 21 cm galt auch in der Folgezeit als Maß für Daguerreo-typien und wurde "ganze Platte" genannt, woraus sich dann weitere Formate, meist halbe, viertel oder achtel Platte ergaben.

Über den Optiker Charles Chevalier aus Paris entstand 1826 ein Kontakt zwischen Daguerre und Nièpce, beide bezogen bei ihm die Objektive für ihre Kameras. Nach einem ersten Besuch von Nièpce im etwa 350 km entfernten Paris erfolgte die weitere Zusammenarbeit im Briefwechsel, nachdem 1829 der inzwischen in finanzielle Schwierigkeiten geratene Nièpce einen Kooperationsvertrag mit Daguerre abschloß. Da jedoch beide ihre Experimente in unterschiedlicher Richtung begonnen hatten, kam es nicht zur wirklich inhaltlichen Zusammenarbeit; es blieb bei einem Erfahrungsaustausch, aus dem heraus Daguerre aber den Hinweis auf die Nützlichkeit des Jods bei der Verarbeitung der Platten erhielt. Daraus entstand dann die Jodierung der versilberten Kupferplatten bei Daguerre's Verfahren, womit diese eine genügende Lichtempfindlichkeit er- reichten.

 

Darüberhinaus ergaben sich keine Gemeinsamkeiten der jeweiligen Photoverfahren, immerhin erhielt der als Erbe in den Vertrag eingesetzte Sohn Isidor Nièpce im Rahmen des Ankaufs der Erfindung durch die französischer Regierung 1839 ebenfalls eine Leibrente.

 

Während die Daguerreotypie den Beginn der Photographie markierte und sich wie ein Lauffeuer über die Welt verbreitete, blieb das Verfahren der Heliographie des Nièpce zunächst wenig beachtet. Im weiteren Verlauf entwickelte sich daraus die Heliogravüre als ideale Technik zum Druck von Photographien, so daß die Forschungen von Nièpce am Ende doch ihr ursprüngliches Zeil erreichten: ein Druckverfahren für Bilder der Camera Obscura.

 

In ähnlicher Weise gelang es dem Amerikaner John North, mittels der Guajaretinsäure, dem eigentlich lichtempfindlichen Bestandteil des Guajakharzes, ein Druckverfahren für Photographien zu entwickeln, welches 1898 patentiert wurde, aller- dings erlangte dieses Verfahren keine besondere praktische Bedeutung.

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