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Harald Goergens Westerstede

Ein Moment, festgehalten aus dem Lauf der Zeit...

Die Formate der frühen Photographien:

 

Mignonette

Mignon

Visit

Victoria

Carré

Malvern

Oblong/ Promenade

Cabinett

Boudoir

Portrait Paris

Salon

Paneel

Imperial

 

Muschel Mignon

Muschel

Muschel Visit

Muschel Cabinett

Muschel Boudoir

 

"Muschel"-Formate sind quadratische Bilder,

die auf einer Ecke stehen.

Alle tatsächlichen Formate können um ein

paar Millimeter abweichen.

24 x 42 mm

30 x 50 mm

54 x 92 mm

70 x 105 mm

76 x 76 mm

80 x 155 mm

93 x 200 mm

100 x 140 mm

123 x 190 mm

128 x 198 mm

160 x 217 mm

166 x 300 mm

185 x 300 mm

 

55 x 55 mm

63 x 63 mm

75 x 75 mm

105 x 105 mm

130 x 130 mm

Bildnisse von Fürsten und Herrschern gibt es seit Jahrtausenden, als Relief, als Standbild, als Gemälde. Es war diesem Personenkreis vorbehalten, aus dem Lauf der Zeit herauszutreten und in bleibender Erinnerung Generationen bis heute zu überdauern.

So fanden im 19. Jahrhundert preisgünstige Bildnistechniken große Verbreitung. Zum einen war dies die Miniaturmalerei, bei der kleine Bildnisse in einfacher Dar-stellung, aber herkömmlicher Weise gemalt wurden. Dies kostete nur einen Bruchteil von Geld und Zeit eines großen Gemäldes, ließ allerdings oft auch an Ähnlichkeit sehr zu wünschen übrig.

 

Die wohl günstigste Variante war die "Silhouette", benannt nach dem für extreme Sparsamkeit bekannten französischen Generalkontrolleur der Finanzen, Étienne de Silhouette - sein Name wurde zum Synonym für alles Billige. Immerhin hatte diese Portraitdarstellung den Vorteil, daß sie auch "nach der Natur", also als direktes Abbild nach einem Schattenriß auf einer Leinwand gemacht werden konnte.

 

Eine Weiterentwicklung der Silhouette-Darstellung ist die Physionotrace, bei der mit einem Pantographen-Gestänge neben dem Umriß auch die Gesichtszüge übertragen werden. So entsteht mit einer Radiernadel auf einer Kupferdruckplatte ein Bildnis direkt "nach der Natur", von dem eine große Anzahl Drucke hergestellt werden kann und dessen Ähnlichkeit garantiert ist, wenn auch technisch auf Profilbilder beschränkt.

Nachdem sich das auch wirtschaftlich stärker gewordene Bürgertum von der Vorherrschaft des Adels emanzipiert hatte, entwickelte sich auch ein neues Selbstbewußtsein über die Bedeutsamkeit des eigenen Lebens. Aus dieser Entwicklung entstand so ein allgemeines Bedürfnis danach, ebenso in Bildnissen die Zeit zu überdauern und so den nachfolgenden Generationen im Gedächtnis zu bleiben, wie man es vom Adel her kannte.

 

Die an Fürstenhöfen gepflegte Tradition des Bildnisses als großformatiges Gemälde konnte aber aus verschiedenen Gründen vom Bürgertum nicht übernommen werden. Trotz der wirtschaftlichen Verbesserungen waren Portraitsit- zungen über Wochen schon zeitlich und finanziell nicht tragbar. Dazu kam, daß man ja eigentlich in jeder Familie recht viele Bildnisse haben wollte - im bürgerlichen Sinne nicht nur vom Familienoberhaupt, sondern von allen Familienmitgliedern und dann am besten auch gleich mehrere Ausführungen von jedem Bild, um sie gerade auch den entfernt lebenden Verwandten zusenden zu können.

Schließlich waren Forscher an mehreren Orten erfolgreich, insbesondere Louis Jacques Mandé Daguerre in Paris und William Henry Fox Talbot in London. Die Daguerreotypie hatte einen bis dahin unbekannten Erfolg und verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit über die Welt, die Talbottypie wies als Negativ-Positiv-Verfahren den Weg in die Zukunft der analogen Photographie bis heute.

 

Obwohl die Bilder zunächst noch sehr teuer waren, wurden die Maler bald brotlos, denn die photographischen Bildnisse erreichten eine Ähnlichkeit und Genauigkeit der Abbildung, die bis dahin unbekannt war. Im Zuge der weiteren Entwicklung dieser Erfindung wurde ihre Anwendung preisgünstiger und schließlich für fast alle Teile der Bevölkerung bezahlbar.

Neben dieser großen Nachfrage nach persönlichen Bildnissen kam der Wunsch auf,die Ansichten aus fernen Ländern und gerade erst erforschten Gebieten präsentieren zu können - es gab im 19. Jahrhundert tatsächlich noch etliche weiße Flecken auf der Landkarte und es war die Zeit der Entdeckungs- und Forschungsreisen. Zu diesen Expeditionen gehörten natürlich auch Maler und Zeichner, allerdings waren damit die Möglichkeiten bildlicher Darstellung sehr begrenzt.

 

Gerade auf diesen Forschungsreisen war die Camera Obscura als Zeichenhilfe viel im Gebrauch und der Gedanke, deren Mattscheiben-Bild nicht nur mühsam nachzuzeichnen, sondern direkt als Abbild verwenden zu können, war naheliegend.

 

Tatsächlich waren auch schon lichtempfindliche Substanzen bekannt, Wegdewood und Davy hatten in England bereits 1802 Photogramme mit Chlorsilber hergestellt, was allerdings im Verfahren bei weitem nicht lichtempfindlich genug war um damit die Bilder der Camera Obscura festzuhalten.

Den Durchbruch zum photographischen Bildnis für jedermann erreichte André Adolphe-Eugène Disdéri, als er 1854 die Photographie im "Carte-de-Visit"-Format patentieren ließ, zusammen mit speziellen Kameras für die billige Massen-produktion. Selbst Kaiser Napoléon III. ließ sich im Atelier von Disdéri damit portraitieren, während sein Troß draußen auf der Straße wartete - ein Werbeeffekt, den selbst heute kein Massen-medium wiederholen könnte.

 

Der Gang zum Photographen mindestens zu besonderen Anlässen wurde so zum selbstverständlichen Bestandteil bürgerlichen Lebens. Der Wunsch nach dem eigenen Bildnis, mit dem man Momente des Lebens festhalten kann und mit dem man die Zeit überdauert, war in Erfüllung gegangen und kein Privileg einer kleinen Adelsklasse mehr, sondern für jedermann erreichbar.

 

Das "Carte-de-Visit"-Format und die weiteren Formate der auf Karton aufgezogenen Photographien blieben über Jahrzehnte im Gebrauch, bis sie zur Zeit des ersten Weltkríegs von Photos im Postkartenformat verdrängt wurden - Materialprobleme und vor allem der Wunsch, mit Bildergrüßen Kontakt zur Front zu halten, bedingten diesen Wandel.

Godensholter Str. 2 in 26655 Westerstede-Ocholt - direkt am Bahnhof

Öffnungszeiten nach Vereinbarung: 0160 92 19 14 16